SMARTe Ziele

November 5, 2019

Wer Ziele aufstellt, sollte sich bewusst sein, wie sinnvolle Ziele aussehen. Eine verbreitete Variante sind die SMARTen Ziele. Ziele haben den größten Einfluss auf den Erfolg.

SMARTe Ziele sind ...

Warum sollten Ziele so sein, warum reichen keine klaren Ziele?

Am einfachsten lassen sich Ziele untersuchen, die man aus dem Alltag kennt. Hier wird der Bau einer Gartenhütte untersucht. Das Ziel ist es eine Gartenhütte zu bauen. Und hier passiert der erste Fehler, das Ziel ist eine Gartenhütte, das Bauen der zugehörige Prozess. Jetzt ist es wichtig das Ziel klar zu definieren, im Laufe des Prozesses werden Unterumständen noch genügend Anpassungen notwendig. Die häufigsten Faktoren sind Stakeholder (alle Nutzer der künftigen Hütte), das Geld und die weiteren Ressourcen.

Spezifisch

Ein spezifisches Ziel für das Projekt bedeutet, dass die Gartenhütte XYZ an den Platz P gebaut wird. An dieser Stelle ist der Weg noch nicht zwingend klar in diesem Projekt, aber er ergibt sich aus dem Ziel. So ergibt sich aus der Position, wie der Boden vorbereitet werden muss, aus dem Typen, wie die Hütte zusammengebaut werden soll und was an Material benötigt wird. Hier ist es wichtig, unabhängig von der Ausführung, je spezifischer das Ziel ist, desto mehr ergibt sich für das Team. Das Teammitglied, das für das Fundament zuständig ist, erkennt selber was nötig ist und wird Vorschläge machen. Die Aufbauhelfer organisieren ihre Arbeitsgeräte. Jetzt ändert sich etwas, was gerade in Schulen immer wieder fehlt, die Teammitglieder werden bei sinnvoller Auswahl entsprechend ihrer Fähigkeiten gefordert und verpüren einen "Kitzel" gut Resultate zu liefern. Das bringt dem Team Zufriedenheit, Wertschätzung, Sinn in ihrem Handeln und hält den Schwung aufrecht.

Messbar

Wenn die Ziele spezifisch formuliert wurden, dann sind sie auch sehr schnell messbar. In diesem Beispiel, sind es die drei Punkte: Gartenhütte steht gerade, das Dach ist wasserdicht und es sind keine Schäden vorhanden. Bei schulischen Zielen ist es immer wieder schwieriger. Jedoch lassen sich leistungsorientierte Ziele durch das Abschneiden bei Prüfungen sehr gut erfassen. Andere Ziele sind schwieriger zu messen, aber ohne eine Überprüfbarkeit verlieren die Ziele ihren Sinn. Dies ist kontraproduktiv, wenn das Projektteam engagiert arbeiten soll. Ohne diese Messbarkeit kommt es zusätzlich zu einem weiteren negativen Effekt, da Projektgruppen das Ergebnis entsprechend ihrer Ideale und Bedürfnisse gestalten. Wenn später andere Mitarbeiter nach diesen Ergebnissen arbeiten und andere Ideale und Bedürfnisse definieren, werden sie mit einer vielleicht schon ineffektiven Methode, negative Ergebnisse erzielen, da sie nicht hinter der Methode stehen. Könnte man Erfolge durch Messen des Projekts nachweisen, erhöht sich schlagartig die Akzeptanz.

Attraktiv

Wie messbare Erfolge so müssen auch die Ziele attraktiv sein. Nur so stehen die Mitarbeiter hinter den Zielen und akzeptieren (eine Alternative für das A in SMART) diese. Für das Gartenhaus sprechen hier vielleicht die kommenden Gartenpartys und der Erbseneintopf als Verpflegung beim Dachdecken. Die Ziele müssen den Vorstellungen aller Beteiligten entsprechen und dürfen nicht den Werten der Beteiligten widersprechen. Hilfreich ist es dabei die Ziele positiv zu formulieren. Eine gemeinsame Aussprache über die Ziele und der Beschluss eines positiven Zielbild vereinen die Betroffenen in ihrem Vorhaben.

Realisierbar

Ist die Gartenhütte realisierbar? Das ist zuerst die Frage nach Kapital, Manpower und Zeit, die Ressourcen eines jeden Projekts. Lassen sich diese Fragen mit "ja" beantworten, ist ein Projekt realisierbar. Ein Projekt, welches an den Ressourcen scheitern wird, wird auch an einem desinteressierten Team scheitern. Spannender ist es "realisierbar" auch strategisch einzusetzen. Die Gartenhütte soll mit allem in zwei Wochen stehen! Das ist unmöglich, da noch dies und jenes gemacht werden muss. Wenn man jetzt die Zeit verlängert, wird die Hütte auch erst in sechs Wochen fertig sein. Sagt der Chef er muss das Datum halten, klappt es vielleicht, oder es dauert zwei Wochen und zwei Tage. Egal wie es ausgeht, das Ergebnis ist besser. Hier muss man aufpassen, man hat die Chance einen produktiven Druck zu erzeugen, kann aber durch einen zu hohen Druck den Einsatz der Projektgruppe verpuffen lassen.

Terminiert

Ziele benötigen ein Fälligkeitsdatum. Es muss klar sein, was bis wann passieren soll. In einem solchen Rahmen kann eine Arbeitsgruppe sich selbst organisieren und wird gefordert zu handeln. Dies schafft Motivation ein Projekt zu beenden und gibt den Teammitgliedern die Möglichkeit, sich selbst so zu organisieren, dass es effektiv war.

Zusammenfassung

Der Erfolg gibt recht und je deutlicher die Ziele erreicht wurden, um so mehr werden die Ergebnisse akzeptiert. Dies ist eine der Folgen SMARTer Ziele. Alle Anforderungen wurden bei Erfolg erreicht und der Erfolg war aufgrund der Vorüberlegungen planbar. Doch Erfolg wird auch durch diese Methode nicht garantiert.

Es gibt eine zweite Chance mit SMARTen Zielen, die Projektgruppen können sehr stark selbstbestimmt arbeiten. Dies ist ein Punkt, der in Schulen häufig fehlt, da Schulen in der Regel zu stark bestimmt werden. Zudem besteht die Möglichkeit Erfolge zu sehen, die bei der Ausbildung von Schülerinnen und Schülern nicht immer so offensichtlich sind. Hier kann man sehr stark die Selbstwahrnehmung der Lehrerinnen und Lehrer beeinflussen.

Image Benjamin Benno Falkner

Benjamin Benno Falkner Eynatten

Ich bin Lehrer an der SGS in Stolberg (Mathematik und Physik). Davor war ich in der Bio-Physik im FZ-Jülich beschäftigt. Mein Interessen sind Netzwerkentwicklung und deren soziale Aspekte.

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